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sonntag, 21. oktober 2018, 14 uhr

STOLPERSTEINE in Halle
Ein Rundgang mit Heidi Bohley vom Verein Zeit-Geschichte(n)
 
Die STOLPERSTEINE des Kölner Künstlers Gunter Demnig erinnern an Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus politischen oder rassistischen Gründen verfolgt und ermordet wurden. Sie liegen vor den Häusern, in denen diese Frauen, Männer und Kinder ihren letzten freiwilligen Wohnsitz hatten. Die Stadt Halle hat sich per Ratsbeschluss dem Projekt angeschlossen und den Verein Zeit-Geschichte(n) mit der Umsetzung betraut. Private Spenden machten es möglich, dass bisher 244 Steine verlegt werden konnten. Heidi Bohley hat in den letzten 14 Jahren die Verlegungen organisiert und Kurzbiografien zu den Betroffenen verfasst – einzusehen auf der Website des Vereins. Auf diesem Rundgang zu einigen Steinen im Stadtzentrum berichtet sie über Erkenntnisse auf ihrer Spurensuche.

Treffpunkt: vor der Ulrichskirche, Leipziger Straße.
Teilnahmegebühr: 3 €
Kartenreservierung: karten@juedischekulturhalle.de oder telefonisch unter 0157/56606114.
Kartenvorverkauf (zzgl. VVK-Gebühr): Tourist-Information: Marktschlösschen, Marktplatz 13, 06108 Halle.




dienstag, 23. oktober 2018, 19.30 uhr

Stadtbibliothek Halle (Saale), Zentralbibliothek,Salzgrafenstraße 2, 06108 Halle
Eintritt frei


AUFBRUCH, TRIUMPH UND NIEDERGANG DER „DEUTSCHEN CHRISTEN“
Eine Lesung mit dem Autor Joachim Krause

Im idyllischen Tal des Flüsschens Wiera, zwischen Altenburg in Thüringen und Glauchau in Sachsen gelegen, erzählt man sich nicht nur mancherlei beschauliche Geschichten aus alter Zeit, dort wurde vor wenigen Jahrzehnten auch Geschichte geschrieben:
„Aus dem Wieratal ins Reich!“ – 1927 kamen Siegfried Leffler und Julius Leutheuser – zwei junge Pfarrer aus Bayern – in die Kirchgemeinden Niederwiera und Flemmingen. Es gelang ihnen in wenigen Jahren, die Lehrer und Handwerker, die Jugend und die Bauern in ihren Dörfern für den Nationalsozialismus und für die Bewegung der „Deutschen Christen“ zu begeistern. Hier, im Altenburger Land - nicht in München oder Berlin - wurden die "Deutschen Christen" gegründet. Schon vor Hitlers Machtergreifung wählte fast die gesamte Bevölkerung im „Wieratal“ die NSDAP. Stolz marschierten die Burschen der SA als „Hitlers braune Bataillone“. In den Kirchgemeinden ersetzte eine neue „zeitgemäße deutsche Gottesfeier“ den herkömmlichen Gottesdienst. Nach 1933 dehnte sich die „Kirchenbewegung Deutsche Christen“ auf das ganze Deutsche Reich aus. Pfarrer Leffler wurde 1939 zum Leiter des kurz und schrecklich sogenannten „Entjudungsinstituts“ ernannt, das in der Lutherstadt Eisenach von deutschen evangelischen Landeskirchen gegründet wurde und die Aufgabe hatte, alles Jüdische aus Theologie, Kirchenmusik und Gemeindeleben auszutilgen.
Nach dem Kriegsende brach auch im Wieratal vieles zusammen. Nur bruchstückhaft gelang es, sich mit der eigenen – persönlichen wie kirchlichen – Verstrickung und Schuld in den dunklen Jahren des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen.
Der Autor beschreibt den Weg der „Deutschen Christen“ aus dem Wieratal in den Jahren 1928 bis 1945 – ihren Aufbruch, Triumph und Niedergang – und thematisiert auch die Aufarbeitung nach 1945. Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung und Verurteilung, sondern um ein besseres Verstehen dessen, was damals in unserer Heimat geschah.

Joachim Krause wurde 1946 in Ehrenhain in Thüringen geboren, ist in Schönberg bei Meerane (Westsachsen) aufgewachsen, hat das Abitur in Meerane, danach das Chemie-Studium an der TU Dresden absolviert, war anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Zentralstelle für Korrosionsschutz in Dresden und nebenbei Textdichter für die DDR-Rockmusik-Gruppen Lift, Panta Rhei, Klaus Lenz, Puhdys u. a.
Seit 1978 betätigte er sich aktiv in der kirchlichen Umweltbewegung der DDR und absolvierte von 1979 bis 1982 ein Fernstudium der Theologie. Seit 1982 wohnt er wieder in Schönberg. Von 1982 bis 2010 war er Beauftragter für Glaube, Naturwissenschaft und Umwelt in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Sachsen.

»Wir haben Buße zu tun für viele Verschuldungen.
Wir haben Gott eben nicht gefürchtet, sondern unsernInstinkten gelebt. Das Ergebnis ist grauenhaft.
Wir sind alle mitschuldig. Tue jeder für sich Buße! Schlage jeder an seine Brust ...«Landessuperintendent Lau im August 1945 in einem offenen Brief

Im Glauben an Gott und Hitler
Die »Deutschen Christen« aus dem Wieratal und ihr Siegeszug ins Reich von 1928 bis 1945
von Joachim Krause
Ladenpreis: 12,00 €
ISBN: 978-3-86729-212-2

Rezension des MDR: http://www.krause-schoenberg.de/Wieratal%20_Rezension_MDR_Stadler.mp3
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.krause-schoenberg.de/sachinfos_wieratal.htm

Das Buch wurde mit einem der drei Hauptpreise beim "Sächsischen Landespreis für Heimatforschung 2018" ausgezeichnet.

Veranstalter: Freunde der Stadtbibliothek Halle und Zeit-Geschichte(n) Verein in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Halle

 

 

 

donnerstag, 25. oktober 2018, 14 uhr

Zeit-Geschichte(n) e.V., Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle

Treffen der Selbsthilfegruppe "Geschädigte der SED-Diktatur"



donnerstag, 25. oktober 2018, 14 uhr

Zeit-Geschichte(n) e. V. – Verein für erlebte Geschichte, Tel.: 03 45 / 203 60 40
Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle, Haltestelle „neues theater“, Eingang über Schulstraße

Sprechstunden der VOS e.V.
Beratung für SMT/SED-Verfolgte und ehemalige Heimkinder

Die Beratung wird durchgeführt von Waltraud Thiele (Kontakt: Tel.: 03 45 / 560 42 60) von der Stadt-Gruppe Halle der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Sachsen-Anhalt e. V. (VOS)

An jedem letzten Donnerstag im Monat.

 

mittwoch, 30. oktober 2018, 18 uhr

Gedenkstätte Roter Ochse, Am Kirchtor 20b, 06108 Halle

Vortrag und Gespräch
DDR-Anwälte in der Ära Honecker
„Im goldenen Käfig“

Welche Handlungsspielräume besaßen Rechtsanwälte in der DDR? Wie viele von
Ihnen arbeiteten als inoffizielle Mitarbeiter mit der Stasi zusammen? Welche Auswirkungen
hatte das auf die Gerichtsprozesse? Dr. Christian Booß (BStU) skizziert den
Versuch der Stasi, ein Idealbild vom „sozialistischen Anwalt“ zu formen.
Es besteht die Möglichkeit, bei Vorlage eines gültigen Personaldokuments, einen
Antrag auf persönliche Akteneinsicht zu stellen.
Moderation: Anja Falgowski, freie Journalistin

Eine Veranstaltung der BStU-Außenstelle Halle in Kooperation mit
Gedenkstätte ROTER OCHSE, Beauftragte des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung
der SED-Diktatur, Zeit-Geschichte(n) – Verein für erlebte Geschichte

 

 

donnerstag, 1. november 2018, 11 - 17 uhr

Zeit-Geschichte(n) e. V. – Verein für erlebte Geschichte
Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle, Haltestelle „neues theater“, Eingang über Schulstraße

Bürgerberatung für Betroffene von SED-Unrecht in Halle (Saale) durch die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Da die Beratung in Einzelgesprächen erfolgt, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Gesprächstermine werden von der Behörde der Beauftragten vergeben:
unter Telefon 0391-560 15 01
oder per Fax 0391-560 15 20

Das Beratungsangebot richtet sich an Menschen, die bis heute in vielfältiger Weise unter verübtem Unrecht durch den SED-Staat leiden, insbesondere an:
- zu Unrecht Inhaftierte,
- Betroffene von Zersetzungsmaßnahmen des Staatssicherheitsdienstes,
- Personen, die Repressalien in Beruf oder Ausbildung ausgesetzt waren,
- Betroffene, die Eingriffe in Eigentum und Vermögen erfuhren,
- Verschleppte und deren Angehörige sowie Hinterbliebene und Angehörige von Opfern,
- Personen, die nach Akteneinsicht eine Retraumatisierung erlitten,
- Angehörige von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS.

Weiterhin erfolgt eine Beratung zu:
- Anträgen nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen (strafrechtliche, verwaltungsrechtliche, berufliche Rehabilitierung)
- monatlichen Zuwendungen („Opferrente“)
- Kinderheimen
- Anträgen nach sowjetischer Inhaftierung/Internierung

 


sonnabend, 3. november 2018, 17.45 uhr

Luchs.Kino Halle

Film
Wir sind Juden aus Breslau
In Anwesenheit des Regisseurs Dirk Szuszies

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.
14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft. 

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitistische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Anita Lasker Wallfisch, eine wichtige Protagonistin, hielt in diesem Jahr im Deutschen Bundestag die Rede bei der Holocaust-Gedenkfeier. In diesem Jahr ist der 80. Jahrestag der Pogromnacht. Das Kapitel „Pogromnacht“ spielt in den Erinnerungen unserer Protagonisten eine elementare Rolle.

Protagonisten:
Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg

Veranstalter: Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Zeit-Geschichte(n) e.V. im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Halle
http://juedischekulturhalle.de




donnerstag, 29. november 2018, 14 uhr

Zeit-Geschichte(n) e.V., Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle

Treffen der Selbsthilfegruppe "Geschädigte der SED-Diktatur"



donnerstag, 29. november 2018, 14 uhr

Zeit-Geschichte(n) e. V. – Verein für erlebte Geschichte, Tel.: 03 45 / 203 60 40
Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle, Haltestelle „neues theater“, Eingang über Schulstraße

Sprechstunden der VOS e.V.
Beratung für SMT/SED-Verfolgte und ehemalige Heimkinder

Die Beratung wird durchgeführt von Waltraud Thiele (Kontakt: Tel.: 03 45 / 560 42 60) von der Stadt-Gruppe Halle der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Sachsen-Anhalt e. V. (VOS)

An jedem letzten Donnerstag im Monat.