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mittwoch, 22. november 2017, 18.00 uhr

Tilman-Schwarz-Saal des Landgerichts Halle, Hansering 13, 06108 Halle

Lesung von Professor Dr. Manfred Gailus aus seinem Buch „Friedrich Weißler“

Dr. iur. Friedrich Weißler (1891–1937)
Der aus einer jüdischen Familie stammende, in Halle aufgewachsene Friedrich Weißler wurde
nach dem Jurastudium an der hiesigen Universität, nach Promotion und Referendariat im Jahr
1920 Richter, unter anderem am Amts- und Landgericht Halle und am Landgericht Magdeburg.
Nach der Entlassung aus dem Justizdienst im Jahr 1933 wirkte der schon in früher
Kindheit evangelisch getaufte Friedrich Weißler als juristischer Mitarbeiter für die Vorläufige
Kirchenleitung (VKL) der Bekennenden Kirche.
Im Gefolge der vorzeitigen Veröffentlichung der an Hitler gerichteten, vertraulichen Denkschrift
der VKL durch die ausländische Presse im Juli 1936 wurde Friedrich Weißler von der Gestapo
verhaftet, nach monatelangen Verhören in das Konzentrationslager Sachsenhausen überstellt
und dort am Morgen des 19. Februar 1937 mit schweren Misshandlungen tot in seiner Zelle
aufgefunden.

Ablauf:
Begrüßung durch den Präsidenten des Landgerichts Halle, Jörg Engelhard, und den Prodekan
des Juristischen Bereichs der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der MLU, Professor Dr. Stephan Madaus.
Heiner Lück: Einführung und Vorstellung des Autors und Referenten
Manfred Gailus, Lesung aus dem Buch „Friedrich Weißler“
Anschließend Fragen und Diskussion
Michael Germann: Kommentar
Armin Höland: Forschungsnotiz
Heiner Lück: Abrundung und Ende
Wein und Brezen

Der Autor
Prof. Dr. Manfred Gailus lehrt Neuere Geschichte am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze über die Geschichte des Protestantismus seit dem Kaiserreich verfasst.
2010 erschien seine viel beachtete Biografie über die Historikerin Elisabeth Schmitz, die beharrlich und ohne Aufheben um ihre Person Widerstand gegen die nationalsozialistische Barbarei leistete.

Eine Veranstaltung von Juristischer Bereich der Juristischen
und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und Landgericht Halle

Die Veranstaltung wird unterstützt durch:
Freundeskreis der Juristischen Fakultät e.V.
Ministerium für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt
Verlagsgruppe Vandenhoeck & Rupprecht | V&R unipress.

 

 

mittwoch, 29. november 2017, 18.00 uhr

Begegnungsstätte Deutsche Einheit, Schönnewitzer Str. 9a, 06116 Halle

Von der Freiheit eines Christenmenschen? Zersetzung und Inhaftierung von Christen durch das MfS.

In den Zeitzeugengesprächen wird an das kontroverse Staat-Kirchenverhältnis in der DDR, an zeitgeschichtliche und biografisch unterschiedliche Lebenssituationen und deren Beeinflussung durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) erinnert.


Hierzu sind Sie herzlich eingeladen.

Unser Zeitzeuge:
Lothar Rochau, 1983 – Mit dem Entstehen der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ beginnen viele Menschen in der DDR, kritische Fragen zu stellen. So auch der hallesche Diakon Lothar Rochau, damals 30 Jahre alt. In Halle-Neustadt praktizierte er das Konzept der „Offenen Arbeit“ mit Jugendlichen, die er versuchte, zum ehrlichen, offenen und glaubwürdigen Leben zu motivieren. Zugleich engagierte er sich in verschiedenen Gruppen und hielt Kontakte mit weiten Kreisen der DDR-Opposition. Gemeinsam mit anderen Hallensern organisiert er mitten im Chemiebezirk eine Umweltdemo per Fahrrad. Die Reaktion erfolgt prompt: Rochau wird rund um die Uhr von der Staatssicherheit observiert. Nachdem die Evangelische Kirche – selbst von Stasi-Mitarbeitern durchsetzt – ihm kündigt und damit den Schutz entzieht, wird er im September 1983 zu drei Jahren Haft verurteilt. Erst später erfährt er, dass sein Freund, Rechtsanwalt Wolfgang Schnur als inoffizieller Mitarbeiter des Geheimdienstes vielfach Mandantenverrat beging, so auch in seinem Fall. Aufgrund der Intervention zahlreicher Westpolitiker wird er im Dezember 1983 in den Westen abgeschoben, wo er und seine Familie weiterhin von der Staatssicherheit überwacht werden. Nach dem Fall der Mauer ließ sich Lothar Rochau wieder in die DDR einbürgern, ging zurück nach Halle und arbeitet 17 Jahre lang als Leiter des Jugendamtes.


Dies ist eine Kooperationsveranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Gedenkstätte ROTER OCHSE Halle (Saale).

Nähere Infos und Anmeldungen unter:
https://shop.freiheit.org/#!/Veranstaltung/66Q9J

 

 

mittwoch, 6. dezember 2017, 18 uhr

PuschKino, Kardinal-Albrecht-Straße 6, TEL 0345 - 2040568


Foto: Pandastorm Pictures

100 Jahre Oktoberrevolution
Holodomor - Bittere Ernte
Spielfilm, Kanada 2016

in Anwesenheit des Botschafters der Ukraine in Deutschland Andrij M e l n y k
und mit einer Einführung von Dr. Kai S t r u v e, Institut für Geschichte der MLU

Eintritt frei!

Der Film ist die ergreifende Chronik eines fast vergessenen Verbrechens, das zwischen drei und zehn Millionen Ukrainern das Leben kostete. Nachdem es in der Sowjetunion jahrzehntelang verboten war darüber zu sprechen, ist der Holodomor (wörtliche Übersetzung „Tötung durch Hunger“) heute von 16 Nationen als Genozid anerkannt, die EU und die UN haben ihn als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnet. „Holodomor – Bittere Ernte“ ist der erste internationale Spielfilm über die historischen Ereignisse. Anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution wollen die Veranstalter an die kommunistischen Verbrechen gegen die ukrainische Bevölkerung, die Teil der Sowjetunion war, erinnern.

Sowjetunion 1932:
Ukrainische Bauern leisten heftigen Widerstand gegen die Kollektivierung ihres Eigentums. Um ihren Willen zu brechen, zwingt die kommunistische Partei unter Stalin die Ukrainer, immer mehr von Ernte und Saatgetreide abzuführen. Die Bevölkerung der „Kornkammer“ genannten Ukraine beginnt zu hungern.
Der junge Kosake Yuri (Max Irons) möchte zum Studium der Malerei nach Kiew gehen – sehr zum Leidwesen seines Vaters (Barry Pepper) und Großvaters (Terence Stamp). Während seine Verlobte Natalka zurückbleibt, trifft Yuri in Kiew seine Freunde wieder, die sich der Kommunistischen Partei angeschlossen haben. Yuri kann ihre Begeisterung nicht eilen, denn er sieht, dass die Menschen in den Straßen hungern und sterben. Er entschließt sich in den Untergrund zu gehen und gegen die Bolschewisten zu kämpfen...

Filmrezension FAZ: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/spielfilm-holodomor-bittere-ernte-thematisiert-massenmord-14954396.html
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=_RYtuMge6mk


Veranstalter: Verein Zeit-Geschichte(n) in Zusammenarbeit mit der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung des SED-Diktatur, der Gedenkstätte Roter Ochse, der Außenstelle Halle der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und der Ukrainischen Botschaft in Deutschland

 

 

freitag, 8. dezember 2017, 10 - 16 uhr

Sprechstunde der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Telefonische Voranmeldung erbeten unter
Magdeburg 0391-560 15 01

 

 

donnerstag, 22. mÄrz 2018

Nächste Verlegung von STOLPERSTEINEN in Halle