DONNERSTAG, 24. Mai 2012, 19 UHR
04229 Leipzig, Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Str. 50
weitere Aufführungen: 25.-27.5. 18 Uhr, 28.-30.5. 20 Uhr
Wer den Film im vorigen Jahr in Halle verpasst hat… jetzt nochmal Aufführungen in Leipzig…
ABER DAS LEBEN GEHT WEITER
Ein Dokumentarfilm über Flucht und Vertreibung
von Karin Kaper und Dirk Szuszies (2011)
In Anwesenheit der Regisseurin
Der Film erzählt sehr privat die Geschichte von drei polnischen und drei deutschen Frauen, deren Familiengeschichten sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auf dramatische Art kreuzte. Kommentarlos kommen die Frauen zu Wort und lassen den Betrachter Anteil nehmen an ihrer subjektiven Sicht der Ereignisse. Der Film berücksichtigt nicht nur die Vorkommnisse vom Kriegsende bis zur endgültigen Vertreibung der deutschen Familie aus dem niederschlesischen Dorf Niederlinde im Sommer 1946. Er wirft auch ein Licht auf Entwicklungen der Nachkriegszeit bis heute. Dem Schicksal der Deutschen, die später in der Umgebung von Bremen eine Zuhause fanden, steht die Geschichte der polnischen Familie gegenüber, die 1940 von der sowjetischen Armee aus Ostpolen vertrieben und nach Sibirien verschleppt wurde. Nach einer bis Kirgistan führenden Odyssee bekam sie schließlich im Sommer 1945 den Hof der Deutschen zugewiesen.
www.karinkaper.com
FReiTAG, 1. JUNi 2012, 17 - 21 UHR
Puschkino, Kardinal- Albrecht-Straße 6 , 06108 Halle/Saale
Veranstalter: Zeit-Geschichte(n) e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Vor 70 Jahren: Deportation von 131 halleschen Juden ins Vernichtungslager SOBIBOR
Über die Bahnanlagen von Halle wurden mehrere Deportationstransporte aus dem westlichen Deutschland und den Niederlanden geleitet. An einen Transport vom 1.Juni 1942 aus Kassel wurden Waggons mit Juden aus den Bezirken Halle-Merseburg und Chemnitz angehängt. Der Transport führte über Lublin in das Vernichtungslager SOBIBOR. Unter den Deportierten befanden sich auch 131 Menschen aus Halle, die sofort nach der Ankunft mit Gas ermordet wurden.
(Quelle: Sonderzüge in den Tod – die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn, hrsg. v. Andreas Engwert, Köln 2009)
17 Uhr Die Judendeportationen der Deutschen Reichsbahn unter besonderer Berücksichtigung des Deportationszuges Halle-Sobibor am 1.6.1942
Vortrag von Dr. Alfred G o t t w a l d t, Oberkustos am Deutschen Technikmuseum Berlin
anschließend Diskussion
19 Uhr Sobibor, 14. 10. 1943, 16 Uhr
Dokumentarfilm von Claude L a n z m a n n über den einzigen erfolgreichen Aufstand in einem Nazi-Vernichtungslager (SOBIBOR)
anschließend besteht die Möglichkeit für weitere Gespräche
Der Referent Dr. Alfred Gottwaldt
geb. 1949 in Berlin. Studium der Rechts- und Staatswissenschaften und der Neueren Geschichte in Frankfurt am Main. Tätigkeit als Rechtsanwalt. Seit 1983 Leiter der Abteilung Schienenverkehr im Museum für Verkehr und Technik Berlin (heute: Deutsches Technikmuseum). Veröffentlichungen zur Verkehrsgeschichte, Schwerpunkt Reichsbahnzeit, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Autor von „Die ‚Judendeportationen‘ aus dem Deutschen Reich von 1941 bis 1945“, Wiesbaden, 2005.
AUSSTELLUNGEN
BStU-Außenstelle Halle, Blücherstr. 2 (gegenüber der Eissporthalle)
3. Mai - 27. Juni 2012
Von Liebe und Zorn. Jung Sein in der Diktatur
Vor etwa 30 Jahren träumten „Barry“, „Fetzer“ und ihre Erfurter Freundinnen und Freunde von einer besseren Welt in Liebe und Toleranz. Sie träumten von San Francisco, Paris und von Pink-Floyd-Konzerten. Aber da sie in der DDR lebten, waren diese Dinge für sie so unerreichbar wie der Mond. Denn es gab eine Mauer, die sie von all dem trennte. Hinter dieser Mauer waren solche Hippie-Träume verdächtig, vor allem wenn man versuchte, so zu leben und den Mut hatte ANDERS zu SEIN. Auch der Erfurter Freundeskreis lebte in einer Diktatur, die Jugendliche zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ erziehen wollte. Aber die vorgegebenen Helden konnten sie nicht begeistern, ebenso wenig wie die vom Staat verordnete Lebensweise und Kulturpolitik. Die Ausstellung erzählt ihre Geschichte(n). Sie zeigt auf, wie sie versuchten, im DDR-Alltag ihr ANDERS SEIN zu leben und deshalb Einschränkungen bis hin zu harten Repressionsmaßnahmen erleben mussten. Die Erlebnisse des Freundeskreises werden hauptsächlich in der sie prägenden Jugendzeit, von 1973 bis 1983, dargestellt. Erstmals gezeigte Privatfotos, persönliche Dokumente und Auszüge aus Stasi-Akten lassen die Geschichte(n) der Protagonisten und den Alltag in der Diktatur lebendig werden.
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