| Start | | Themenübersicht | | Publikationen | | Termine | | Kontakt |

donnerstag, 6. september 2018, 11 - 17 uhr

Zeit-Geschichte(n) e. V. – Verein für erlebte Geschichte
Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle, Haltestelle „neues theater“, Eingang über Schulstraße

Bürgerberatung für Betroffene von SED-Unrecht in Halle (Saale) durch die Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Da die Beratung in Einzelgesprächen erfolgt, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Die Gesprächstermine werden von der Behörde der Beauftragten vergeben:
unter Telefon 0391-560 15 01
oder per Fax 0391-560 15 20

Das Beratungsangebot richtet sich an Menschen, die bis heute in vielfältiger Weise unter verübtem Unrecht durch den SED-Staat leiden, insbesondere an:
- zu Unrecht Inhaftierte,
- Betroffene von Zersetzungsmaßnahmen des Staatssicherheitsdienstes,
- Personen, die Repressalien in Beruf oder Ausbildung ausgesetzt waren,
- Betroffene, die Eingriffe in Eigentum und Vermögen erfuhren,
- Verschleppte und deren Angehörige sowie Hinterbliebene und Angehörige von Opfern,
- Personen, die nach Akteneinsicht eine Retraumatisierung erlitten,
- Angehörige von offiziellen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS.

Weiterhin erfolgt eine Beratung zu:
- Anträgen nach den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen (strafrechtliche, verwaltungsrechtliche, berufliche Rehabilitierung)
- monatlichen Zuwendungen („Opferrente“)
- Kinderheimen
- Anträgen nach sowjetischer Inhaftierung/Internierung

 



donnerstag, 6. september 2018, 19.30 uhr

Stadtbibliothek Halle, Salzgrafenstr. 2, 06108 Halle (Saale)
Eintritt frei

 
Lesung und Diskussion
Im Netz der Gedichte. Gefangen in Prag nach 1968.“

Dr. Sibylle Plogstedt (Schriftstellerin und Journalistin)
Heidi Bohley (Zeit-Geschichte(n) e.V.)

Die 24-jährige Studentin Sibylle Plogstedt wurde 1969 im berüchtigten Prager Gefängnis Ruzyně inhaftiert. Eigentlich war sie im Sommer 1968 aus dem von Studentenunruhen bewegten Westberlin nur zu Recherchen für eine Seminararbeit nach Prag gereist. Dort geriet sie aber in die faszinierende Atmosphäre des „Prager Frühlings“, der Bewegung für einen ‚Sozialismus mit menschlichem Antlitz‘ und verliebte sich in den Tschechen Petr Uhl, der sich damals als trotzkistischer Marxist verstand. Nach der blutigen Zerschlagung der Reformbewegung im August 1968 durch Truppen der ‚sozialistischen Bruderländer‘ gründete sie zusammen mit Uhl die Widerstandsgruppe „Bewegung der Revolutionären Jugend“, die im ganzen Land Flugblätter verteilte.
1969 wurden mehrere Gruppenmitglieder verhaftet. Sibylle Plogstedt wurde zu 2 ½ Jahren, Petr Uhl zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt. Nach 18 Monaten Haft konnte sie nach Westberlin ausreisen, aber ihr ganzes weiteres Leben lang litt sie unter den Folgen der psychischen Folter in der Prager Zelle.
Nach der revolutionären Selbstbefreiung der osteuropäischen Völker fand sie den Mut, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen. Darüber berichtet sie in ihrem Buch „Im Netz der Gedichte – gefangen in Prag nach 1968“, das 2018 in zweiter Auflage im Ulrike Helmer Verlag erschien.

Aktueller Artikel in der Frankfurter Rundschau zum Buch von Sibylle Plogstedt:
http://www.fr.de/politik/zeitgeschichte/die68er/prager-fruehling-die-geraeusche-der-nacht-a-1566081,0%23artpager-1566081-1

Ein Betrag im Kulturradio des rbb mit Sibylle Plogstedt:
https://www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/zeitpunkte/archiv/20180408_1704/4.html



donnerstag, 25. oktober 2018, 14 uhr

Zeit-Geschichte(n) e.V., Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle

Treffen der Selbsthilfegruppe "Geschädigte der SED-Diktatur"


 

donnerstag, 25. oktober 2018, 16 - 18 uhr

Zeit-Geschichte(n) e. V. – Verein für erlebte Geschichte, Tel.: 03 45 / 203 60 40
Große Ulrichstr. 51, 06108 Halle, Haltestelle „neues theater“, Eingang über Schulstraße

Sprechstunden der VOS e.V.
Beratung für SMT/SED-Verfolgte und ehemalige Heimkinder

Die Beratung wird durchgeführt von Waltraud Thiele (Kontakt: Tel.: 03 45 / 560 42 60) von der Stadt-Gruppe Halle der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Sachsen-Anhalt e. V. (VOS)

An jedem letzten Donnerstag im Monat.



Ausstellung

16. August – 28. September 2018
Gedenkstätte ROTER OCHSE, Am Kirchtor 20 b, 06108 Halle
Eintritt frei


Vergangenheit bewältigen – ehemalige Heimkinder der DDR und das gemeinsame Hobby Fotografie zur Aufarbeitung“

Vier Betroffene, die lange Zeit ihrer Kindheit oder Jugend in einem der Spezialheime der DDR verbringen mussten, haben sich in diesem Projekt gemeinsam Ihrer Vergangenheit gestellt. Gefördert wurde das Projekt durch den Heimkinderfond. Am 17.10.2016 stellte die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg die Fotos zum ersten Mal aus. Seitdem wanderte die Ausstellung an verschiedene Orte in den neuen Bundesländern und war auch in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Brüssel zu sehen. Ab sofort kann sie nun in Halle besichtigt werden.
Bis 1989 befanden sich auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt 48 Spezialheime (z.B. Jugendwerkhöfe) der Jugendhilfe. Insgesamt sahen sich ca. 135.000 Kinder und Jugendliche in diesen Heimen Willkür und Unrecht ausgesetzt. Von vielen Jugendlichen wurden die Jugendwerkhöfe als Kinder-Gefängnisse erlebt. Die schwerwiegenden Folgen dieser Erziehungsdiktatur wirken bei den Betroffenen bis heute nach. Die Aufarbeitung der Spezialheimerziehung in den Jugendwerkhöfen der DDR hat spät begonnen. Den Autoren der zu eröffnenden Ausstellung gelingt ihre persönliche Aufarbeitung mittels Kunst. Sie zeigen uns ihre Arbeiten und berichten über ihre Erfahrungen.

Zum Weiterlesen:

https://gedenkstaette-halle.sachsen-anhalt.de/ausstellungen/wechselausstellungen/#c181171

http://www.heimkinder-der-ddr.de/

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der Gedenkstätte ROTER OCHSE, dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR, Außenstelle Halle, der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Verein Zeit-Geschichte(n).