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  DIE TORGAUER HÄFTLINGSURNEN
   
 

25.11.2005

Lorenz Eyck an Verein Zeit-Geschichte(n)

Sehr geehrte Frau Bohley,

ich habe jetzt erst durch meinen Schulfreund Kurt Weiss vom Skandal zum Gräberfeld 24 auf dem Getraudenfreidhof in Halle/Saale gehört und mir im Internet eine Übersicht dazu verschafft. Fast alle "Greußener Jungens" waren als Gleichaltrige meine Freunde. Ich habe in einem Buch "Mein Greußen", das regional vertrieben wird und meine Erlebnisse als Kind und Jungendlicher in dieser Kleinstadt schildert, auich das Desaster der 38 jungen Männer erwähnt und auch in einer "Greußen-Ballade" in Reime gefasst.

Ich empfinde es als beschämend, dass diese Toten nach nunmehr sechzig Jahren ihres Leidens immer noch keine Ruhe finden sollen. Merkwürdig ist auch die Tatsache, das Mitglieder der PDS sich in Appellen und Demonstrationen einerseits für die Totenruhe der Wehrmachtssoldaten einsetzen, zum Beispiel auf dem Soldatenfriedhof Halbe (Brandenburg) und andererseits den so genannten Nazi-Verbrechern die Totenruhe nehmen wollen. Auch etliche Wehrmachtsangehörige waren keine Engel. Es kommt wohl immer auf die ideologische Komponente an. Man sollte sich den Gedanken zu eigen machen: Alle Toten mahnen!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in Ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit.

Mit freundlichen Grüßen

Lorenz Eyck