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  DIE TORGAUER HÄFTLINGSURNEN
   
 


Halle, den 25.01. 2006

OB Ingrid Häußler: Information auf der Stadtratssitzung über Bedenken von Dr. Peter Fischer und Anmerkungen zu Dr. Peter Fischer

In der Stadtratssitzung vom 25. Januar teilte Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler auf Anfrage mit, dass Herr Dr. Peter Fischer vom Zentralrat der Juden in Deutschland in einem Brief Bedenken gegen die beabsichtigte Neuaufstellung der Informationstafel zu den Torgauer Häftlingsurnen geäußert hat. Der für diese Stadtratssitzung vorgesehene Abschluß der Debatte um die Informationstafel wurde verschoben. Die OB sagte, sie habe Herrn Dr. Fischer nach Halle eingeladen, wo er seine Vorstellungen über die Gestaltung der Erinnerung an die Schicksale der toten Häftlinge vortragen kann. Das Treffen ist für den 16. Februar 2006 vorgesehen.


Anmerkung zu Dr. Peter Fischer:

"...Dr. Peter Fischer, der im April 1989 als Sekretär des Verbandes Jüdischer Gemeinden der DDR angestellt wurde und die Leitung der neueingerichteten Berliner Geschäftsstelle übernahm, war jahrelang als Spitzel tätig. Von 1969 bis 1974 arbeitete er als IM "Rene" für die HA II (Spionageabwehr) des Ministeriums für Staatssicherheit. 1971 wurde er von der Hauptverwaltung Aufklärung des MfS darüber informiert, dass sie ihn als "Perspektivkader" bestätigt hatte. Nachdem die Staatssicherheit über Fischer kurzzeitig den IM-Vorlauf "Jan" angelegt hatte, konnte er kurz darauf unter dem Decknamen "Frank" als IMS angeworben werden. Am 19. Dezember 1989 beendete das MfS die Zusammenarbeit, und der IM-Vorgang "Frank" wurde archviert. Dennoch ist Fischer weiterhin in führender Position tätig: Seit 1990 leitet er die Berliner Außenstelle des Zentralrats der Juden in Deutschland."

(aus: Ulrike Offenberg: "Seid vorsichtig gegen die Machthaber" - Die jüdischen Gemeinden in der SBZ und der DDR 1945 bis 1990. Berlin 1998. Seite 163.)